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Ist Fernwartung sicher? So läuft eine seriöse Remote-Sitzung ab

Von Manuel Zagler, IT-Spezialist · Veröffentlicht am · Aktualisiert am

Kurzfassung: Fernwartung ist sicher, wenn drei Regeln eingehalten werden: Sie haben den Kontakt begonnen, Sie sehen jederzeit, was passiert, und die Verbindung endet mit der Sitzung. Gefährlich wird es nur, wenn Fremde Sie anrufen und Zugriff verlangen – das ist immer Betrug.

„Da lasse ich niemanden auf meinen Computer!" – dieser Satz fällt oft, wenn wir Fernwartung vorschlagen. Die Skepsis ist verständlich und sogar gesund: Es gibt eine ganze Betrugsindustrie rund um Fernzugriff. Der Unterschied zwischen seriöser Fernwartung und Betrug ist aber klar erkennbar – wenn man weiß, worauf man achten muss.

So funktioniert seriöse Fernwartung

  1. Sie rufen an – nicht umgekehrt

    Die Sitzung beginnt immer auf Ihre Initiative. Sie haben ein Problem, Sie kontaktieren einen Dienstleister Ihrer Wahl.

  2. Sie starten das Programm selbst

    Sie laden das Fernwartungstool von der offiziellen Seite und nennen dem Techniker die angezeigte Sitzungsnummer. Ohne diese Nummer kommt niemand auf Ihren Rechner – sie ist wie ein Einmal-Schlüssel, der nur für diese Sitzung gilt.

  3. Sie sehen alles und behalten die Kontrolle

    Jede Mausbewegung des Technikers passiert sichtbar auf Ihrem Bildschirm. Ein Klick auf „Verbindung trennen" – und die Sitzung ist beendet. Sofort, endgültig.

Nach der Sitzung ist der Zugang erloschen. Bei uns gilt zusätzlich: Wir erklären währenddessen, was wir tun – Sie sollen verstehen, was auf Ihrem Rechner passiert. Und wenn wir nicht helfen können, greift die Geld-zurück-Garantie.

Und so funktioniert der Betrug

Das Gegenmodell kennen wir leider aus etlichen Kundengesprächen – der sogenannte „Microsoft-Anruf" (Tech Support Scam):

Merksatz: Microsoft ruft niemals an. Ihr Internetanbieter ruft nicht an, um „Ihren PC zu reparieren". Jeder unaufgeforderte Anruf, der auf Fernzugriff hinausläuft, ist Betrug – auflegen, fertig. Im Zweifel: selbst bei der echten Firma unter der offiziellen Nummer zurückrufen.

Wenn es schon passiert ist

Ein Fall aus unserer Praxis: Eine Kundin aus der Region hatte einem solchen Anrufer Zugriff gewährt und zum Glück nach wenigen Minuten misstrauisch aufgelegt. Was wir dann gemeinsam getan haben – und was in so einem Fall immer zu tun ist:

  1. Internet trennen (WLAN aus / Netzwerkstecker ziehen) – das unterbricht den Zugriff sofort.
  2. Bank anrufen, wenn Banking auf dem Gerät genutzt wurde oder Zahlungen erwähnt wurden – Konten und Karten vorsorglich sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116).
  3. Passwörter ändern – von einem anderen, sauberen Gerät aus: zuerst E-Mail, dann Banking, dann alles Weitere.
  4. Rechner prüfen lassen: Das Fernwartungstool und eventuell nachinstallierte Programme müssen restlos entfernt werden. Im Zweifel ist eine Neuinstallation der sichere Weg.
  5. Anzeige erstatten – online oder bei jeder Polizeidienststelle. Die Erfolgsaussichten sind ehrlicherweise gering, aber die Fallzahlen helfen den Ermittlern.

Checkliste: Daran erkennen Sie einen seriösen Anbieter

MZ

Über den Autor

Manuel Zagler ist Inhaber von PiXX Media in Aschau am Inn und seit über zehn Jahren als IT-Spezialist für Privathaushalte und kleine Unternehmen im Raum Mühldorf–Altötting unterwegs. Alle Ratgeber basieren auf echten Fällen aus Werkstatt und Vor-Ort-Einsätzen. Mehr über PiXX Media →

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